PÄDAGOGIK 

UND 

POLITIK

Zugänge

zur Reihe 

Gesellschaft und Erziehung

Historische und systematische Perspektiven

herausgegeben von 

Bodo Friedrich, Dieter Kirchhöfer, Christa Uhlig

Mit der Reihe „Gesellschaft und Erziehung“ im Peter Lang Verlag soll ein Zugang auf aktuelle Problemlagen des Bildungswesens eröffnet werden, wie er in den Erziehungswissenschaften nur noch selten eingenommen wird. Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Erziehung treten zunehmend offen und in widersprüchlicher Komplexität in Erscheinung; die Abhängigkeit öffentlicher (aber auch familialer) Bildung und Erziehung von gesellschaftlichen Zuständen und Erwartungen ist dabei ebenso wenig zu übersehen wie Wahrnehmungsverweigerung gegenüber schon erarbeiteten Lösungen.

Die Reihe hält sich für unterschiedliche Problem- und Analyseperspektiven der Entwicklung des Bildungswesens offen und versucht politische Vereinnahmungen zu vermeiden. Das gilt für Untersuchungsverfahren ebenso wie für Wissenschaftsdisziplinen und historische Zeiträume. Sie schließt ausdrücklich auch biographische Zugänge ein, weil der Zusammenhang von Biographie, Theorie und Politik in spezifischer Weise zur Analyse und zum Verstehen von Gesellschaftsentwicklung und damit einhergehenden Bildungsprozessen und Erziehungs-vorstellungen beitragen kann. Die nachstehende Übersicht der bisher erschienenen Bände verdeutlicht die Vielfalt und Verschiedenheit der Perspektiven. Gemeinsames Anliegen aller publizierten Bände der Reihe soll sein, dem bloßen Meinen, dem wertbeladenen Urteilen und dem legitimierenden oder delegitimierenden Reden kritische Analyse und engagierte Distanz gegenüberzustellen.

Damit wird auch ein Zugang zur bildungstheoretischen Diskussion gewählt, der zum einen ermöglicht, die DDR-Pädagogik in ihrer gesellschaftstheoretischen Verankerung zu erfassen, und zum anderen bewusst an Traditionen anknüpft, z.B. an die von Robert Alt heraus-gegebene Reihe „Erziehung und Gesellschaft“. Mit diesem Konzept der Reihe verbindet sich auch die Erwartung, Wissen um die Erziehungswissenschaft in der DDR zu einem Bestandteil des Diskurses um Bildung und Erziehung in der gegenwärtigen und zukünftigen Gesellschaft werden zu lassen. Unter anderem wollen die Herausgeber die Bildungshistorikerin Christa Uhlig und der Bildungsphilosoph Dieter Kirchhöfer auch einen Beitrag zur Darstellung und Analyse der vielfältigen Ansätze und widersprüchlichen Bestrebungen des erziehungs-wissenschaftlichen Denkens in der DDR leisten, die intern entwickelt und ausgetragen worden sind, oft nicht publiziert werden konnten, weithin nicht bekannt, jedoch wert sind, der erziehungsgeschichtlichen Forschung zur Verfügung gestellt zu werden. Eine systematische wissenschaftliche Bearbeitung der DDR-Erziehungswissenschaft steht aus. Der ausgebliebene und noch immer ausbleibende Diskurs zur Erziehungswissenschaft der DDR und die mit wissenschaftlichen Argumenten nicht zu rechtfertigende Ignoranz gegenüber realen Leistungen des auf allgemeine wissenschaftliche Allgemeinbildung fokussierten und Lern- und Arbeitswelt verbindenden DDR-Bildungswesens schränkt auch die gegenwärtige Bildungspolitik in ihren Wirkungsmöglichkeiten ein. Mit der Gründung einer eigenen Reihe bieten die Herausgeber ein Forum, zu dem sich an einer kritisch-konstruktiven Betrachtung der Erziehungswissenschaft Interessierte zusammenfinden können, um wissenschaftshistorische Lücken zu schließen und Perspektiven zu eröffnen. Die gegenwärtige Rat- und vielleicht sogar Hilflosigkeit des erziehungswissenschaftlichen Denkens in Deutschland ermuntert geradezu dazu, schon erarbeitete und erprobte Ansätze pädagogischer Forschung unvoreingenommen zu prüfen und sie in den gegenwärtigen Wissenschaftsdiskurs einzubringen bzw. diesen überhaupt erst einmal auszulösen. 

Bisher erschienen sind:

Band 13 (2013): Inklusion - in Vorbereitung

Band 12 (2012): Bernd Meier (Hrsg.): Technik, Arbeit und in der Bildung. Modelle arbeitsorientierter technischer Bildung im internationalen Kontext.

Band 11 (2012): Andreas Tietze: Die theoretische Aneignung der Produktionsmittel. Gegenstand, Struktur und gesellschaftstheoretische Begründung der polytechnischen Bildung in der DDR.

Band 10 (2012): Dieter Kirchhöfer: Entwicklung des Individuums. Gegenstand der Pädagogik. Ein humanontogenetischer Ansatz.

Band 9 (2012): Dieter Kirchhöfer, Christa Uhlig (Hrsg.): Bildung und soziale Differenzierung in der Gesellschaft. 

Band 8 (2011): Dieter Kirchhöfer, Christa Uhlig (Hrsg.): “Verordnete“ Einheit versus realisierte Vielfalt. Wissenschaftliche Schulenbildung in der Pädagogik der DDR.

Band 7 (2010): Adolf Kossakowski, Horst Kühn: Pädagogische Psychologie im Spannungsfeld von Politik und Wissenschaft.

Band 6 (2009): Dieter Kirchhöfer, Christa Uhlig (Hrsg.): Naturwissenschaftliche Bildung im Gesamtkonzept von schulischer Allgemeinbildung.

Band 5 (2009): Wolfgang Eichler (Hrsg.): Erziehung als Moment der Gesellschaftsentwicklung. Heidemarie Möllers Beitrag zur Theorie und Methodologie einer Allgemeinen Pädagogik in der DDR.

Band 4 (2008): Dieter Kirchhöfer, Christa Uhlig (Hrsg.): Ernst Hadermann: Bildungsdenken zwischen Tradition und Neubeginn. Konzepte zur Umgestaltung des Bildungswesens im Nachkriegsdeutschland.

Band 3 (2007): Max Gustav Lange: Zur Grundlegung der Erziehungswissenschaft. Texte zur soziologischen Begründung der Pädagogik 1946-1950, hrsg. von Wolfgang Eichler und Horst Sladek

Band 2 (2007): Gerda Niebsch, Christa Grosch, Ursula Boßdorf, Gisela Graehn-Baumann: Gesundheit, Entwicklung und Erziehung in der frühen Kindheit. Wissenschaft und Praxis der Kinderbetreuung in der DDR. Der Anteil Eva Schmidt-Kolmers an der Konzipierung und Realisierung. 2. korrigierte Auflage

Band 1 (2006): Bodo Friedrich, Dieter Kirchhöfer, Christa Uhlig (Hrsg.): Robert Alt (1905-1978).

Bestellungen siehe hier .

>> zurück

PÄDAGOGIK 

UND 

POLITIK